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Abschied... und Neubeginn

Ein letztes Mal holten Anna und ihre Freundin Svenja Annas Pferde Gomez und Pegasus für einen Ausritt aus ihren Boxen in dem Stall, in dem schon die ersten Pferde von Anna gelebt hatten. Diese wohnten nun auf dem 'Gnadenhof' einer weiteren Freundin, da Anna einen Großteil des Jahres mit dem Circus unterwegs war und sie ihren betagten Tieren die ständigen Transporte nicht mehr zumuten wollte.

Bevor die Beiden losritten fiel Annas Blick noch einmal auf den alten, leerstehenden Elefantenstall und das ebenso leere Löwengehege. Schon bald würde alles, auch der Pferdestall und das Haus, in dem Anna aufgewachsen war, abgerissen werden. Maya, die Elefantenkuh, und die beiden Löwen lebten längst ebenfalls - in neuen, größeren Stallungen und Gehegen - auf dem 'Gnadenhof'.

Svenja und Anna ritten, begleitet von Annas Hunden, zum wohl letzten Mal eine der Strecken ab, die sie unzählige Male gemeinsam oder einzeln vor Bestehen des Circusses oder in der circusfreien Zeit geritten waren. Dabei kamen sie auch an der Wiese vorbei, auf der sie sich früher alle so oft getroffen hatten. Die Wiese, auf der die Idee für den Circus geboren worden war. Hier hatten sie ihre ersten Kunststücke einstudiert. Doch das war nun ein für alle Mal vorbei.

Am Nachmittag trafen weitere Mitglieder vom Circus ein, die Anna dabei halfen, ihr Hab und Gut in ihrem Truck zu verstauen.
Die letzte Nacht in ihrem alten Zuhause verbrachte Anna zusammen mit einigen Freundinnen. Es wurde in Erinnerungen geschwelgt und trotz allem auch viel gelacht. Und wie sie es geahnt hatten, kam der Schlaf dabei viel zu kurz. Dementsprechend schwer war es für alle, am folgenden Morgen früh aufzustehen. Doch es ging nicht anders. Gemeinsam packten sie Annas letzte Habseligkeiten ein und verluden anschließend die Pferde in den bereitstehenden Hänger.

Dann ging es endlich los, in Richtung neue Heimat. Anna fiel der endgültige Abschied von ihrer alten Heimat äußerst schwer, schwerer als sie es für möglich gehalten hätte. Doch insgeheim freute sie sich dennoch auch schon auf ihr neues Leben. Schweren Herzens verabschiedete sie sich von Claudine, die hier zurückblieb. Zumindest von ihr war es jedoch kein Abschied für immer. Der Circus bestand weiter und spätestens, wenn er wieder auf Tour ging, würden sie sich wiedersehen.

Anna fuhr mit ihrem Fiat, wobei sie sich mit Svenja abwechselte. Adriane, die dort lebte, wo nun auch Anna hinzog, übernahm im Wechsel mit Melissa das Steuer von Annas Truck. Ziel war Caer Draig, das Internat für Hexen und Standort des Hexenrates im Hochland von Schottland. Die Fahrt war lang und anstrengend. Nicht zuletzt wegen der nicht unbedingt immer für große Trucks geeigneten Straßen in den Highlands. Wenigstens spielte das Wetter einigermaßen mit, der Regen hielt sich in Grenzen.

Schließlich erreichten sie den Weg, der zur Burg führte. Caer Draig selbst war von hier aus jedoch kaum zu erkennen. Ein 'alter Bekannter' erwartete die Vier bereits. Flagg, der Kolkrabe, saß auf dem Tor zum Zufahrtsweg und begrüßte sie freudig krächzend. Links und rechts des teils hügeligen Weges erstreckten sich die zu Caer Draig gehörenden Weideflächen. Nicht lange und Meg, die 'Schloßkatze', kam angesprintet. Mit einigem Abstand folgte Tatze, der 'Schloßhund'. Die Beiden liefen neben den Fahrzeugen her, während Flagg vorausflog.
Noch ein letzter kleiner Hügel und das große, hellgraue Gemäuer ragte vor ihnen empor. Von hier aus konnte man nur den vorderen Teil der Festung - mit dem großen Portal - sehen, der von zwei der insgesamt vier Türme begrenzt wurde.

Die Pferde bezogen als erste ihr neues Heim. Der Stall, in dem in circusfreien Zeiten bis zu 20 Tiere lebten, befand sich direkt neben der Burg. Auf dem weitläufigen Gelände gab es noch zwei weitere Stallgebäude für weitere 10 bis 15 Pferde. Anna und Svenja brachten Gomez und Pegasus in die schon vorbereiteten Boxen. Im Moment befanden sich außer den Beiden nur die drei Schulpferde im Stall.

Anna bezog eine Wohnung im Ostflügel, welcher sich auf der Rückseite der Festung befand, mit direktem Blick auf den See. Im Moment hielten sich nur wenige ältere Hexen und eine handvoll Junghexen in Caer Draig auf. Die meisten Schülerinnen und Schüler waren in den Ferien. So konnte Anna noch ein wenig die Ruhe genießen, die hier im Augenblick herrschte. Schon bald würde es damit vorbei sein.

Als Anna am Abend mit Flagg am geöffneten Fenster saß und auf den See hinabblickte, beobachtete, wie die vier weißen Hirsche majestätisch zum Trinken ans Wasser schritten, wußte sie, daß es die richtige Entscheidung gewesen war, hierher gezogen zu sein.

Ende


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